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Wernesgruener
Wer heute durch Karlshorst spaziert ahnt nicht, wie prunkvoll diese einstige Vorstadtkolonie am Anfang des 20. Jahrhunderts war. Besonders die Treskowallee, Karlshorsts zentrale Einkaufs- und Geschäftsstraße, ist heute eher schmucklos und hat wenig Charme. 
Ein seltenes Foto, jedoch dokumentiert die Pracht der Bauten an der ehemaligen „Straße nach Cöpenick“, wie Sie am Ende des 19. Jahrhunderts genannt wurde.
Wenig glaubhaft ist die Tatsache, dass dieses Haus an der Ecke Marksburgstraße mit dem „Restaurant Waldkater“ im Erdgeschoss das heutige „Wernesgrüner B“ beherbergt. Doch es stimmt: im zweiten Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, verlor jeden Schmuck, behielt aber immer ein Restaurant. Seit 1973 trug es den Namen Wernesgrüner Bierstube und galt als seltene Quelle des begehrten Biers.
Am 1. Mai 1990 schlug für das „Werni“, wie es die Karlshorster gern nennen, die Stunde der Marktwirtschaft. Seither ist es beliebter Treffpunkt für Freunde guten Biers und guter Küche. Die Gastronomen Joachim Günzel und Wolfgang Pinzl etablierten in rund 20 Jahren ein Kultlokal mit gepflegten Bierspezialitäten, hauseigener Räucherei und regelmäßigen Livemusikkonzerten.
Nach zwanzig Jahren erfolgreicher Kneipengeschichte in Karlshorst, ging dem „Mutterhaus“, wie Günzel & Pinzl das Wernesgrüner gern nennen, ein wenig die Puste aus. Die Zeit für Erneuerung war reif: Wände wurden abgerissen, Leitungen erneuert, die Küche modernisiert, ein neuer Tresen und eine komplette neue Inneneinrichtung installiert.
Am Giebel leuchtet nun ein großes goldenes B.
Wir haben die zwanzig schönen Jahre der Bierstube nicht vergessen – vielleicht steht das „B“ dafür?
